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Vorgeschichte und Paläoumwelt des zentralafrikanischen Regenwaldes sind bis heute wenig erforscht. Dies gilt insbesondere für das Kerngebiet der Region, das Innere Kongobecken. Dessen sukzessive Besiedlung ab dem späten ersten vorchristlichen Jahrtausend ist durch archäologische Vorarbeiten bekannt, aber wir wissen nur wenig über den ökonomischen und ökologischen Hintergrund. Nahrungsmittelerzeugung, Keramiktechnologie und Metallurgie entwickelten sich im Inneren Kongobecken nicht unabhängig, sondern wurden von außen eingeführt. Ihre Ausbreitung in Zusammenhang mit der Bantuexpansion war zu Beginn mit einer deutlichen Klimakrise verknüpft. Diese führte zu einem teilweisen Zusammenbruch des Regenwaldes und ermöglichte in Südkamerun vorübergehend den Anbau von Perlhirse, bei der es sich eigentlich um eine Savannenart handelt. Diese Fakten sind durch Forschungen der früheren Frankfurt-Tübinger Forschergruppe ‚Ökologischer Wandel und kulturelle Umbrüche in West- und Zentralafrika‘ belegt. Es ist aber weitgehend ungeklärt, inwieweit dies ein überregionales Phänomen war, das auch das Innere Kongobecken betraf. Ebenso wird kontrovers diskutiert, ob und wie sich Bodenbau und Eisenmetallurgie auf die Vegetation des Regenwaldes auswirkten. Konzipiert als Gemeinschaftsprojekt in enger Zusammenarbeit mit Archäologen der Universität zu Köln, erforscht das Projekt die Umwelt- und Wirtschaftsgeschichte des Inneren Kongobeckens während der letzten zweieinhalb Jahrtausende. Unsere Schwerpunkte sind die eisenzeitliche Vegetationsentwicklung sowie die Entwicklung der Subsistenz, die sich heute weitgehend auf eingeführte Kulturpflanzen stützt. Wir wenden hierbei Makrorest- und Mikrorestanalysen an und streben an, so eine umfassende eisenzeitliche Umweltsequenz zu erstellen.

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Länder:

Demokratische Republik Kongo

Web:

http://araf.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/index.php/de/forschung/projekte/121
Projekt13_1
Projekt13_2