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Freigeist-Fellowship der VolkswagenStiftung

Die Geschichte des mittleren Nigerlaufes ist vor allem von zwei Phänomenen geprägt: Zum einen war die Region von 800 v. Chr. an das Zentrum eines frühen Urbanismus, zum anderen entstand hier ab ca. 400 n. Chr. eine Reihe von Staaten, die einen Großteil Westafrikas kontrollieren. Die bestehende Forschung sieht die Gesellschaften des mittleren Nigerlaufes als eine Zivilisationsform, in der sich Handelsstädte und expansive Staaten als Pole gegenüberstanden und die wirtschaftlichen Erfolg und militärische Macht strikt trennte. Wo eine Verbindung zwischen den beiden hergestellt wird, werden meist die Staaten als parasitäre Nutznießer der erfolgreichen Handelsmetropolen gesehen. Doch wie glaubhaft sind diese einseitigen oder völlig separaten Rollen? Dieses Projekt geht der Beziehung zwischen Staat, Stadt und Handel in der Geschichte Westafrikas unter der Hypothese nach, dass diese Beziehungen enger, vielschichtiger und wandelbarer waren, als derzeit angenommen wird. Durch eine radikale methodische A:nderung und neue Fragestellungen leistet es einen fundamentalen Beitrag zur Erforschung der politischen und wirtschaftlichen Organisation im vorkolonialen Westafrika.

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Länder:

Mali

Web:

http://www.frobenius-institut.de/forschung/aktuelle-projekte/315-markadugu