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UNESCO-Projekt „Dynamische Wechselwirkungen im tropischen Afrika“

Das von der UNESCO finanzierte International Geological Cooperation Programme (IGCP) unterstützte zwischen 2012 und 2015 gemeinsam mit dem schwedischen Entwicklungsdienst (SIDA) die Nachwuchsgruppe „IGCP 616 Youth“. Nach positiver Begutachtung des Vorgängerprojektes wurde 2015 seitens UNESCO das neue IGCP Vorhaben zu „Dynamischen Wechselwirkungen in Tropisch Afrika“ für 2015-2017 bewilligt. Das Vorhaben fördert gezielt zentralafrikanische Nachwuchswissenschaftler aus den Geowissenschaften durch Workshops, Exkursionen und Sommerschulen. Die regionalen geologischen Verhältnisse und insbesondere der tektonische Aufbau der Erdkruste sind in weiten Teilen West- und Zentralafrikas noch unzureichend verstanden. Das neue IGCP 646 Vorhaben untersucht neben den panafrikanischen Orogenesen und regionalen geologischen Studien im Gondwana-Kontext auch den Einfluss küstennaher Neotektonik (Randschwellen) und des tertiären bis quartären Vorzeitklimas auf die heute Landschaft in Kamerun und dem Übergang in das Kongobecken. Die Reaktivierung älterer Scherzonen führte im Mesozoikum zu großräumigen Rift- und Bruchstrukturen, die mit terrigenen Beckenzonen vergesellschaftet sind. Diese geologisch-tektonischen und geomorphologischen Muster treten beiderseits des Atlantiks auf und sind für das Verständnis der „onshore“ und „offshore“ Verhältnisse von Bedeutung. Die Verknüpfung mit jüngeren Prozessen wie Neotektonik, großräumiger Denudation, erdgeschichtlichem Klimawandel, Geomorphologie und heutigem Landschaftsbild erfordern einen engen Dialog zwischen Geologie, Tektonik, Paläoklimatologie und Physischer Geographie in den am IGCP 646 beteiligten Partnern. Das von Prof. Boniface Kankeu, Yaoundé, federführend geleitete Vorhaben wird wissenschaftlich und logistisch aus Deutschland durch Prof. Greiling (KIT, Karlsruhe) und Prof. Runge (ZIAF) unterstützt.

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Länder:

Kamerun

Web:

http://www.igcp646.org/
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