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Offener Brief des des Instituts für Afrikanistik und Ägyptologie der Universität zu Köln

Die Mitglieder des Instituts für Afrikanistik und Ägyptologie der Universität zu Köln haben sich in einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin und Bundesminister für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gewandt und sich darin zu den kolonialrevisionistischen Äußerungen Afrikabeauftragten der Bundeskanzlerin Günter Nooke geäußert. Lesen Sie den offenen Brief hier

Sprache und Migration: Afrikalinguistische Forschung im Rhein-Main Gebiet – mehr als nur eine strategische Allianz

Nach nur wenigen Monaten beginnt die Arbeit um das Professorenteam Fleisch und Nassenstein (UniReport 3.18 und JGU Magazin berichtete) innerhalb der Rhein-Main-Universitäten Früchte zu tragen. Nassenstein und Fleisch verstehen unter der Kooperation mehr als nur eine strategische Allianz. Sie wollen innovative Wege einschlagen und moderne Lehrforschung hier im Rhein-Main-Gebiet durchführen. Passend hierzu auch das neueingeworbene Projekt: Afrikaner*innen im Rhein-Main-Gebiet: Ein afrikalinguistisches Forschungsprojekt zu sprachlicher Integration, das Anfang nächsten Jahres startet. Deutschlandweit einzigartig ist das Projekt schon allein deshalb, weil Afrikaforschung hier vor Ort und nicht auf dem Kontinent betrieben werden soll. Zudem trifft das Projekt den Puls der Zeit. Kein Tag vergeht, ohne dass die Integrationsdebatte neu aufgerollt wird. Aber was sind denn nun die Mechanismen, die hinter funktionierender oder scheiternder sprachlicher Integration stehen? Sprachliche Integration wird in Europa typischerweise verstanden als vornehmlich abhängig vom erfolgreichen Erwerb der Zielsprache in ihrer Struktur. Tatsächlich findet jedoch Spracherwerb der meisten Migrant*innen in informellen Kontexten außerhalb des Klassenzimmers statt. Dieser spontane Spracherwerb ist bislang kaum wissenschaftlich untersucht, obschon festzustellen ist, dass er unerwartet erfolgreich sein kann und mit kreativen Lernstrategien einhergeht. Im Fokus der Studie stehen die sprachlichen Hintergründe und Überzeugungen der Lernenden. Untersucht wird, wie Migrant*innen sich neuen Sprachwirklichkeiten annähern und welche Vorstellungen sie von ihrer eigenen Sprache und der Zielsprache haben. Neben den Professoren Fleisch und Nassenstein werden vor allem Dr. Sabine Littig und Dr. Abdourahmane Diallo die Forschung durchführen.

Von links nach rechts: Abdourahmane Diallo, Sabine Littig, Nico Nassenstein, Joshua Hirschauer, Axel Fleisch (Foto: Axel Fleisch)

Zum Hintergrund: Die Universitäten Mainz, Frankfurt und Darmstadt schlossen sich im Mai 2016 zu einer – laut Website – „strategischen Allianz“ kurz RMU (Rhein-Main- Universitäten) im Bereich der Afrikaforschung zusammen. Seit der Berufung Fleischs im April 2018 nahmen er und Nassenstein die Kooperation auf. Die beiden möchten von den entstehenden Vorteilen beider Standorte profitieren und die gute Ausbildung der Studierenden sichern und auch die standortübergreifende Forschung vorantreiben. Neben dem neuen Projekt ist die Hauptaufgabe die Planung eines neuen Bachelorstudiengangs der Afrikanistik. Diese läuft auf Hochtouren: Nach vielen vergangenen Planungstreffen stehen nun die ersten Kooperationsworkshops mit Vertreter*innen anderer Fachrichtungen an. Das interdisziplinäre Studienprogramm wird vielseitige Themengebiete rund um die Afrikalinguistik und weitere Forschungszweige der Afrikaforschung umfassen. Potentielle Studierende können sich auf ein spannendes Studium freuen. Das Projekt im Rhein-Main Gebiet soll auch dazu dienen zukünftigen Studierenden des neuen BA einen Einblick in die Forschungsweisen der Afrikalinguistik zu gewährleisten. Geplant ist eine aktive Lehrforschung und der Ausbau des Projekts zu einer interdisziplinären Forschergruppe. Aktuelle Informationen zu Projekt und Studiengang auch auf der Facebookseite.  

3. RMU Docs und Postdocs Workshop

Der dritte RMU Docs und Post-Docs Workshop findet am 24. und 25. Februrar im Tagungszentrum Erbacher Hof in Mainz (http://www.ebh-mainz.de/ )statt. Wir laden euch herzlich zu einem “etwas anderen” Workshop ein, an dem wir gemeinsam mit Ken Yamamoto (http://www.kenyamamoto.de/) neue Strategien zur Präsentation und des Schreibens erarbeiten werden. Weiterhin wird Anne Schuhmann uns die neue VAD toolbox vorstellen und wir haben jede Menge Zeit, eigene Themen zu diskutieren. Für weitere Informationen und die Anmeldung kontaktiert bitte Nikolas Gestrich (Gestrich AT em.uni-frankfurt.de).

Care in Crisis – Ethnographic Perspectives of Humanitarianism

22. – 24.2. 2018 , Mainz

This conference introduces the notion of care into studies of humanitarianism. Care is a social activity produced by combinations of intimate and institutional practices. All of us need to be cared for, but care requirements are revealed more starkly and are often amplified in moments of acute need or emergency. At the same time, in emergency and disaster situations, quotidian care arrangements can themselves undergo a crisis. Everyday routines may need to be adapted and radically changing conditions can call into question established procedures, or demand alternative modes of action. Humanitarian intervention reconfigures caring institutions through new ways of knowing and representing suffering that emerge alongside organizational responses; it produces shifts in the organization and practice of care that profoundly reshape the sociality of those involved; and it is implicated in the production of new material environments that restructure the possibilities and limits of caring interventions. Contributors draw on ethnographic fieldwork to explore the mutual construction of entitlements, responsibilities and governance that shape practices of care in humanitarian contexts, as well as the moral underpinnings, materiality and lived realities of these dynamics. [/vc_column_inner]
We welcome guests, but have only limited space. Therefore, we ask those interested to send their request to: Care_in_Crisis@uni-mainz.de and wait for a confirmation before booking their journeys. For non-invited guests we will charge 20,- €, which will cover coffee- and tea-breaks for both days.
Flyer of the Conference
Poster of the Conference  

BMBF fördert Einrichtung eines “Maria Sibylla Merian Centre” an der University of Ghana

Ein Konsortium unter Freiburger Führung, an dem auch das Zentrum für interdisziplinäre Afrikaforschung (ZIAF) der Goethe-Univesität und das Forschungsinstitut Point Sud in Bamako, Mali, beteiligt sind, erhält den Zuschlag für das „Merian International Centre for Advanced Studies in Africa“ und wird zu einem Knotenpunkt der deutschen Afrikaforschung Afrikanische Sichtweisen in Wissenschaft und Politik stärken: Ziel des neuen „Merian International Centre for Advanced Studies in Africa“ (MICAS Africa) ist es, ein intellektuelles Programm und eine Forschungsagenda zu entwickeln, die in ihrer Konsequenz die Bedeutung afrikanischer Wissensproduktion deutlich sichtbarer machen werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Zentrum als „Maria Sibylla Merian Centre“ zunächst in einer Vorbereitungsphase bis Ende 2020 mit 1,7 Millionen Euro. Über den erwarteten Förderzeitraum von zwölf Jahren wird die Gesamtförderung bis zu 18 Millionen Euro betragen. Federführend bei dessen Aufbau und Koordination ist die Albert-Ludwigs-Universität mit dem Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) und dem Arnold-Bergstraesser-Institut für kulturwissenschaftliche Forschung (ABI). Hauptstandort des „Merian International Centre for Advanced Studies in Africa“ (MICAS Africa)wird die University of Ghana in Accra sein, ein zweiter Standort entsteht am Centre de Recherches sur les Politiques sociales in Dakar/Senegal. MICAS Africa wird damit das erste Institute for Advanced Studies auf dem afrikanischen Kontinent außerhalb von Südafrika. Die Eröffnung des MICAS Africa ist für Mitte 2018 vorgesehen. Als deutsche Partner sind das Deutsche Historische Institut Paris als Mitglied der Max-Weber-Stiftung, das German Institute of Global and Area Studies (GIGA) in Hamburg, die Universität Konstanz und das Zentrum für Interdisziplinäre Afrikaforschung (ZIAF) an der Universität Frankfurt beteiligt. Das Forschungszentrum Point Sud in Mali und sein stetig wachsendes Netzwerk von Partnern im anglo-, franko- und lusophonen Afrika soll eine zentrale Rolle bei der Überwindung der Sprachbarrieren in Afrika spielen. Das Konsortium setzt seinen thematischen Schwerpunkt auf nachhaltige Regierungsführung. Themen wie Migration, demokratische Konsolidierung und ökologischer Umbau stehen in der Anfangsphase im Mittelpunkt interdisziplinärer Arbeit exzellenter Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen. Ein Hauptziel von MICAS Africa ist es, einen gewichtigen Beitrag zum Abbau globaler Wissensasymmetrien zu leisten. Dies soll durch die über Jahre angelegte Kooperation von Spitzen- und Nachwuchsforscherinnen und -forschern aus Afrika und der ganzen Welt gelingen. Für das ZIAF an der Goethe-Universität und das mit der Universität verbundene Zentrum Point Sud in Mali ist der Erfolg des Antrags überaus bedeutsam. Innerhalb des Konsortiums ist das ZIAF das einzige dezidierte Afrikazentrum – was im Umkehrschluss auch bedeutet: das ZIAF ist das einzige Afrikazentrum in Deutschland, das bei dieser Förderinitiative erfolgreich war. Seine Rolle wird darin bestehen, seine Afrikaexpertise in enger Kooperation mit dem FRIAS aktiv in den Aufbau des Zentrums in Ghana einzubringen. Darüber hinaus wird Frankfurt zusammen mit Point Sud in Bamako langfristig für die afrikaweite Verbreitung der Zentrumsaktivitäten über die Grenzen von Ghana und Senegal hinaus verantwortlich sein und wird hierfür in der Hauptphase auch mit Personal- und Sachmitteln unterstützt. Ein zentrales Element dabei ist das Netzwerk Point Sud, dass im Laufe der letzten Jahre im Rahmen des DFG-Programms Point Sud entstanden ist. Das Netzwerk umfasst nunmehr Partner aus Burkina Faso, Gabun, Mali, Mosambik, Niger, Senegal und Südafrika und führt neben den Veranstaltungen des DFG-Programms auch Doktorandenschulen durch, die vom Stellenbosch Institute for Advanced Studies (STIAS) finanziert werden und arbeitet an gemeinsamen Drittmittelanträgen. Die riesige Adressdatenbank von ehemaligen Teilnehmern des Programms  bildet den idealen Grundstock, um die Aktivitäten des neuen Merian Centres ohne Zeitverlust in ganz Afrika zu verbreiten.   Weitere Informationen zu den Partnern des Konsortiums:     Presseerklärung des BMBF:   https://www.bmbf.de/de/forschungskolleg-nachhaltiges-regieren-entsteht-in-ghana-5009.html

Open Access Workshop UB Frankfurt 2.-3.11.2017

Haben Ihre Kolleg*innen in Afrika Zugang zu Ihren Publikationen? Open Access Publikationen bietet einen Weg den Paywalls und den überteuerten Preisen von wissenschaftlichen Verlagen entgegen zu wirken. Solche Publikationen profitieren oft vom freien Zugang und erhalten höhere Zitationsraten. Auch Forschungsgesellschaften setzen verstärkt auf Open Access. Aber wie sieht es mit dem Urheberrecht aus? Welche sind die Best-Practice Modelle für Open Access Publikationen? Diese und andere Fragen werden auf dem Open Access Workshop des FID Afrikastudien am 2.-3.11.2017 in der Universitätsbibliothek in Frankfurt beantwortet. Das volle Programm befindet sich hier.  

Five new PhD positions at the Darmstadt University of Technology (TU Darmstadt).

The research project „A Global History of Technology, 1850-2000“ welcomes applications from interested students with an excellent Master’s degree. Successful applicants will become part of a new team, headed by Professor Mikael Hard and financed by the European Research Council; for more information, see: https://www.tu-darmstadt.de/karriere_planen/allgemeineausschreibung/stellen_details_231744.en.jsp

New EU project TU Darmstadt: A Global History of Technology, 1850 – 2000

In October, 2017, a new research project will commence: “A Global History of Technology, 1850-2000” (www.global-hot.eu). Project leader is Professor Mikael Hård at Darmstadt University of Technology (TU Darmstadt). The five-year undertaking is funded by the European Research Council (ERC). Its main task is to investigate the fate of technology in the Global South—Africa included. The research project intends to brush global history the wrong way, as it were. Globalization is not a universal process that automatically goes hand in hand with growing homogenization of human life forms. Technologies did not simply diffuse from Europe to Africa, Asia, or Latin America, but often emerged as a result of information exchange between countries in the Global South. The outcome was hybrid solutions that illustrate the creativity of the people living on these continents.
Hard-Akallah_Nairobi  

ETHNOLOGIE plus ‒ Begegnungen mit der Vielfalt von Kultur

NIGHT OF THE PROFS IM STAATSTHEATER MAINZ Sonntag, 14. Mai 2017, 18:00-22:00 Uhr

Ethnologieplus ‒ Begegnungen mit der Vielfalt von Kultur Unter dem Motto „Ethnologieplus“ präsentieren Professorinnen und Professoren der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) ein breites Spektrum ihrer aktuellen Forschung. Die Besucherinnen und Besucher erhalten spannende Einblicke in Begegnungen und Bewegungen von Menschen, Dingen und Ideen in und zwischen Afrika, Europa und dem Rest der Welt. Ein Kaleidoskop von acht Kurzvorträgen von je 30 Minuten Dauer bietet einen anschaulichen Eindruck von der Vielfalt der Themen, die am Institut für Ethnologie und Afrikastudien erforscht werden: Nationalfeiern in Westafrika, die Rückkehr von Migranten auf die Kapverden, der Handel mit grünem Tee in Mali, Sprachen in Afrika, transatlantische Musik und vieles mehr. Veranstalter ist das Institut für Ethnologie und Afrikastudien der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Die Night of the Profs beginnt um 18:00 Uhr im Großen Haus im Staatstheater Mainz, Gutenbergplatz 7, 55116 Mainz.
http://www.night-of-the-profs.uni-mainz.de/