Doing Arrival. Orientierungshandeln von New Arrivals in Freiburg und Saint-Louis

DFG, 2026-2031

Projektverantwortliche: Claudia Ba, TU Darmstadt

Das Forschungsprojekt untersucht das Orientierungshandeln ethnischer Minderheiten, genannt New Arrival, in Secondary Cities in Deutschland und dem Senegal. Bei den Forschungsteilnehmer:innen handelt es sich um Senegales:innen, die in Freiburg ankommen, und Deutsche, die in Saint-Louis ankommen. Als gut beforscht gilt die soziale Orientierung von langansässigen Migrant:innen, jedoch wissen wir wenig über die initiale sozialräumliche Orientierung im Ankommen und welche vielschichtigen Bedeutungen die New Arrival dem sozial konstruierten Raum zuschreiben. Ferner eröffnet dieser vergleichende Ansatz neue Perspektiven auf globale Ungleichheiten in der Süd-Nord/Nord-Süd-Migration. Ziel des Projekts ist es, mehrere Forschungslücken zu schließen: 1) Das Orientierungshandeln in situ im Ankommen zu erforschen, 2) gegenwärtige Fremdheitskonstruktionen und Bewältigungsstrategien der New Arrival in ihrer Vielfalt zu erfassen, und 3) einen erweiterten Orientierungsbegriff zu entwickeln, der die Selbstpositionierung und Subjektivierungsweise der New Arrival einbezieht. Die explorative qualitative Studie kombiniert ethnografische und bildgebende Methoden der Soziologie und Anthropologie. Mit den New Arrival werden fokussiert qualitative Interviews und mit Videos aufgezeichnete Stadtspaziergänge (Go-Alongs) in der jeweiligen Stadt durchgeführt. Anschließend werden ausgewählte Sequenzen aus den videografierten Go-Alongs für die Methode der Autokonfrontation herangezogen, bei der die New Arrival mit der Forscherin die interpretierten Videos kommentieren können. So gelingt es neben der partizipativen Prüfung des Datenmaterials auch die sich ändernden Wahrnehmungen der New Arrival zu erfassen. In enger Zusammenarbeit mit senegalesischen Geistes- und Geschichtswissenschaftler:innen werden Sprachbarrieren abgebaut sowie die Interpretationen und mögliche Bias kritisch überprüft. Die Zusammenarbeit finden abwechselnd an der Technischen Universität Darmstadt und an senegalesischen Universitäten statt, um einen kontinuierlichen bilateralen sowie transdisziplinären Austausch sicherzustellen. Die zentrale empirische Frage ist, wie sich New Arrival aufgrund des Geschlechts, Alters, Sozialisation und Ressourcen orientieren, wie sie Desorientierung erleben oder begründet sowie deren Folgen bewältigen. Daneben verfolgt das Projekt zwei sekundäre Ziele; Es soll mittels eines erweiterten Orientierungsbegriffs einen Beitrag zur Stadt- und Raumsoziologie leisten. Zweitens wird ein senegalisch-deutscher Wissenschaftsdialog zu Orientierung und Konzepten sozialer Räumen initiiert.

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