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Die beiden von der Volkswagen Stiftung im Januar 2021 neu bewilligten field schools basieren auf einem Netzwerk von afrikanischen und deutschen Partnerschaften, das durch frühere field schools initiiert wurde (Malawi/Uganda 2009-2014, Tansania/Kenia 2010/2011), ebenfalls von der Volkswagen Stiftung finanziert. Erstmals werden die field schools nun von ehemaligen afrikanischen Teilnehmer*innen konzipiert und durchgeführt, die sich für einen Karriereweg in den „aquatischen Wissenschaften“ und verwandten Bereichen entschieden hatten und die inzwischen promoviert und teilweise bereits Dozent*innen oder Professor*innen an ihren Heimatinstitutionen sind, in Malawi, der DR Kongo, Tansania und Uganda. Diese persönlichen Erfolgsgeschichten bilden die Basis für eine neue Generation von engagierten Wissenschaftler*innen, die nun als Dozent*innen in den field schools tätig sind. Gemeinsam mit ihnen wird das am Lehrstuhl von Prof. Friedemann Schrenk angesiedelte Projekt durchgeführt und von Dr. Stefan Schmid (ZIAF) administriert. Die Schulen werden zusammen mit Kolleg*innen der Universitäten Gießen und Tübingen organisiert. Partner in Afrikas sind die University of Zomba und das CMCK in Malawi, die University of Kisangani, Kongo, die University of Dar es Salam, Tansania und die Mbarara University of Science and Technology in Uganda. Süßgewässer und ihre Tier- und Pflanzenwelt befinden sich weltweit in einer Krise. Grundlegende Treiber ihres Rückgangs sind zunehmende menschliche Aktivitäten aufgrund des Bevölkerungswachstums, die zunehmende Industrialisierung und der Verbrauch natürlicher Ressourcen. Infolgedessen sind die aktuellen Raten des Rückgangs von Süßwasserarten doppelt so hoch wie die des marinen und terrestrischen Lebens. Diese Ökosysteme sind jedoch von globaler Bedeutung und liefern Ressourcen, von denen in Subsahara-Afrika, anders als in Europa, der Lebensunterhalt von Millionen von Menschen abhängt. An den afrikanischen Universitäten fehlt es jedoch an Expert*innen für die Bewältigung der vielfältigen Herausforderungen zum besseren Schutz der aquatischen Biodiversität. Die Field school wird eine breite Palette von Methoden vermitteln, die jungen Forscher*innen exzellente Forschungen in ihren eigenen Ländern ermöglicht. Durch die gemeinsame Forschung mit internationalen Partnern werden diese Methoden und Ansätze langfristig neue Perspektiven für eine Forschung zum Wohle eines besseren Managements afrikanischer Gewässer generieren. Das Projekt kann auf eine umfassende Infrastruktur im Norden Malawis zurückgreifen, wie auf die mit Hilfe des Forschungsinstituts Senckenbergs ausgestatte Forschungsstation der Luromo-Halbinsel, das Cultural and Museum Centre Karonga (CMCK) und Radio Dinosaur, das die Aktivitäten in den lokalen Sprachen einer breiten Öffentlichkeit vermittelt.
Aufgrund der Coronas-Situation startet die erste Schule im Juni 2022, die zweite folgt im Oktober 2023.
Informationen: Dr. Stefan Schmid
Bilder aus der aquatischen field school 2014, CapeMaclear, Malawi