ZIAF Public Dialogue

Wissenschaft und das Afrikabild in der deutschen Öffentlichkeit. Welche Möglichkeiten der Beeinflussung?

Podiumsdiskussion mit Prof. Friederike Lüpke, University of Helsinki und Dr. Kokou Azamede, Université de Lomé

 Moderation: Prof. Hans Peter Hahn, Ethnologie, Goethe Universität

Seit Jahrzehnten steht die Afrikaberichterstattung unter Druck. Wichtige Printmedien, aber auch elektronische Medien reduzieren die Zahl ihrer Berichte über und ihrer Korrespondenten auf dem Kontinent. Die Berichterstattung über aktuelle Ereignisse muss oft mittels Nachrichtenagenturen oder von weit entfernten Standorten aus geleistet werden. Diese schwierige Lage paart sich mit einem immer geringer werdenden Interesse der Öffentlichkeit an Informationen über Afrika. Galt schon vor 15 Jahren der Journalismus über Afrika als vorbelastet aufgrund der häufig stereotypen Überbetonung von Krisen, Kriegen und Katastrophen, so ist nunmehr auch das Problem der geringer werdenden Aufmerksamkeit hinzugekommen.

Welche Möglichkeiten gibt es, um diesen Entwicklungen entgegenzutreten? Journalisten mit Fokus auf Afrika argumentieren mit der Informationsökonomie: wenn Medien und Redaktionen in Deutschland nicht mehr bereit oder in der Lage sind, für Nachrichten über diesen Kontinent ihrem Wert entsprechend zu entgelten, so ist auch in Zukunft ein weiter abnehmender Nachrichtenfluss über Afrika zu erwarten. Welche Rolle spielen „Fachleute“ für Afrika an den Universitäten, um die geschilderten Defizite zu überwinden und etwas zu einem realistischen Afrikabildes jenseits von Katastrophen oder aber von Safariromantik beizutragen?  Können wissenschaftliche Einsichten über Afrika die Berichterstattung positiv beeinflussen, so dass es wieder ein größeres Interesse an dem Kontinent gibt? Welche Instrumente und Formate gibt es, um über den rein universitären Bereich hinaus die öffentliche Wahrnehmung des südlichen Nachbarkontinents zu verbessern? Können Wissenschaftler*innen jenseits der klassischen journalistischen Medienarbeit eigene Beiträge leisten?

Friederike Lüpke ist Professorin für Afrikastudien an der Universität Helsinki und professorial research associate der School of Oriental and African Studies (SOAS), University of London.

Kokou Azamede ist Dozent (Maître de conférences) an der Universität Lomé, Fachbereich Deutschstudien/ Kulturwissenschaft. Er ist der Jakob-&-Wilhelm-Grimm-Preisträger 2022.

 

Datum: 18.07.2024, 18.15 – 20.00 Uhr
Ort: Goethe Universität, Campus Westend, Hörsaalzentrum, Hörsaal 15